Hitler – ein deutsches Trauma

Wer und wie war der NSDAP-Chef (ab 1921) und deutsche Reichskanzler (1933-1945), der 1889 geboren wurde? – Notiert nach Gesprächen mit dem renommierten Historiker und Hitler-Biographen Prof. Dr. Werner Maser (1922-2007)

Wer war Hitler?
1889 wurde Adolf Hitler als Sohn eines Zollbeamten und einer Bauerntochter im österreichischen Braunau am Inn geboren und katholisch getauft. Für die Eheschließung seiner Eltern Alois Hitler – für ihn war es die 3. Ehe – und Klara Pölzl im Jahr 1885 war eine Ehedispens der Kirche vonnöten, weil beide nahe verwandt waren. Bis heute ist nicht einwandfrei geklärt, ob Hitlers Vater, der als uneheliches Kind geboren wurde und bis zum 39. Lebensjahr Schickelgruber hieß, nicht jüdischer Abstimmung war. Hitler äußerte sich über die Familie mehr verschleiernd als aufklärend. Hitlers Schwester Paula starb 1960. Außerdem hatte er noch zwei Halbgeschwister, Angela und Alois.

Wie krank war Hitler?
Hitler litt seit dem misslungenen Putsch in München 1923 und der darauffolgenden Festungshaft an einer aus Existenzangst resultierenden sogenannten Schüttelneurose. Seine dort und in diesem Zustand entstandene Schrift „Mein Kampf“ prägte maßgeblich die antisemitische und rassistische Ideologie des Nationalsozialismus. Besonders betroffen waren der linke Arm und das linke Bein, das er später etwas nachzog. Nach 1928 legte sich das, trat jedoch 1931 zusammen mit schweren Depressionen und dann nach der Niederlage bei Stalingrad 1943 wieder verstärkt auf. Im Verlauf des Zweiten Weltkrieges verfiel sein Körper rapide. Er bekam Wutanfälle, verharrte in aggressiv-rechthaberischem Starrsinn, war am Ende nur noch ein Ruin.

Wer behandelte Hitler?
Von 1936 bis 1945 war Prof. Dr. Theodor Morell Leibarzt Hitlers. Vorher war er ein geschäftstüchtiger Mode- und Promi-Arzt am Berliner Kurfürstendamm. Aus seinen Unterlagen geht hervor, dass Hitler 1,75 m groß, 70 kg schwer war und Blutgruppe A hatte. Morell verschrieb Hitler permanent etwa 30 verschiedene Medikamente, von denen viele bis heute zugelassen sind. Besonders litt Hitler unter Darmblähungen. Wenige Tage vor seinem Selbstmord schmiss Hitler seinen Leibarzt raus, weil der ihm linderndes Morphium verschreiben wollte.

Wie lebte Hitler?
Seit 1931 lebte Hitler streng vegetarisch. Bei Empfängen und Banketts merkte keiner der Gäste, dass Steak oder Schnitzel auf Hitlers Teller aus Gemüse nachgebildet waren. Hitler mied ebenso Alkohol. In den schlimmsten Phasen des Krieges, beispielsweise der Schlacht um Stalingrad, trank er vor dem Schlafengehen eins, zwei Bier, um müde zu werden. Als er merkte, dass er dadurch zunahm, ließ er es wieder. Nach den jahrelangen Maskeraden in braunen Partei-Uniformen legte er sich mit Beginn des Krieges feldgraue Anzüge zu, die im Uniform-Stil geschnitten waren. Etwas anderes trug er dann nicht mehr.

War Hitler rachsüchtig?
Ebenso energisch wie er sich jeden Widerspruch verbat, ging er gegen jeglichen auch nur vermeintlichen Verrat vor. Dafür sprechen die massenhaften Todesurteile nach dem Attentatsversuch vom 20. Juli 1944. Sein Misstrauen wuchs mit seinem körperlichen Niedergang. In den letzten Tagen schmiss er den morphiumsüchtigen Göring aus der Partei und ließ ihn unter Hausarrest stellen. Er wollte Himmler exekutieren lassen, weil der hinter seinem Rücken den Westmächten Friedensangebote unterbreitete. Himmlers Mitarbeiter SS-General Fegelein, ein Schwager von Eva Braun, ließ er noch am 28. April im Hauptquartier erschießen, weil dieser für Himmler in der Schweiz Friedensverhandlungen führen wollte.

Hatte Hitler Freunde?
Nach eigenen Angaben hatte er nur zwei Freunde: Eva Braun und Schäferhund Blondi. Die Verwandtschaft hielt er sich vom Leib. Für alle anderen war er unnahbar. Selbst seine Spießgesellen aus den Zwanzigerjahren hielt er sich auf Distanz. Sie waren mit ihm per Sie und sprachen ihn an mit „Mein Führer“. Hitler hatte sich als lebendes Denkmal selber auf einen Sockel gestellt. Einen Rat durfte ihm nur geben, wer ausdrücklich dazu aufgefordert wurde.

Wie stand er zu Frauen?
Seit 1932 war die ehemalige Klosterschülerin und Lehrerstochter Eva Braun seine feste Geliebte. Er hatte sie 1928 in München kennengelernt. Damals lebte die 1908 geborene Tochter seiner Stiefschwester Angela und Leo Raubal, Angela „Geli“ Maria Raubal, bei ihm, die sich – angeblich von Hitler schwanger – 1931 aus Verzweiflung das Leben nahm. Hitlers Verhältnisse waren im Durchschnitt 20 Jahre jünger und üppig gebaut, weswegen sich Eva Braun anfangs mit Taschentüchern den BH ausstopfte. Bezeichnenderweise wurde die Tochter der glühenden Hitlerverehrerin Eleonore Bauer aus Österreich auf Kosten der NSDAP ausgebildet und später beim Völkischen Beobachter untergebracht. Verhältnisse werden Hitler auch nachgesagt u.a. mit Helene Bechstein, der Frau des Pianofabrikanten, und der Verlegers-Gattin Elsa Bruckmann, mit Staphanie Prinzessin von Hohenlohe, der Regisseurin Leni Riefenstahl und der Halbjüdin Gretl Slezak, Tochter des damals berühmten Sängers. Nicht wenige seiner Gönnerinnen überließen Hitler wertvolle Kunstgegenstände und Schmuck für seine „Bewegung“.

Warum heiratete Hitler erst kurz vor seinem Ende?
Grundsätzlich hielt Hitler nicht viel von Frauen und äußerte sich oft geringschätzig. Im Januar 1942 beklagte er: Das Schlimme an der Ehe sei, dass sie Rechtsansprüche schaffe. Da sei es schon viel richtiger, eine Geliebte zu haben. Das wollte er aber nur für hervorragende Männer gelten lassen. Auf seinem Denkmals-Sockel wollte er niemanden neben sich dulden. Er hatte sogar Angst, jenes Charisma zu verlieren, das ihn in den Augen vieler Deutschen zu einer messianischen Gestalt hatte werden lassen. Als dieser selbstinszenierte Spuk vorbei war, brachen die in seinem Wesen fest verwurzelten bürgerlichen Wesenszüge durch. Er erhob seine Geliebte in den Status einer Ehefrau, um so auch das gemeinsame Ende zu legitimieren.

Wie verlief die Hochzeit?
Am späten Abend des 28. April 1945, die Rote Armee hatte Berlin nach tagelangen Kämpfen schon fast bin der Hand, diktierte Hitler seine Testamente. Danach bat er Traudl Junge, seine Sekretärin im Führerbunker unter der Reichskanzlei an der Berliner Wilhelmstraße, in seinem Arbeitszimmer das Tischtuch mit den Initialen AH aufzulegen, dazu silberne Bestecke und Champagnergläser. Im Korridor warteten bereits die Hochzeitsgäste. Ein Standesbeamter aus Pankow namens Wagner wurde bei der in der Nähe kämpfenden Volksfront gefunden. Das Zeremoniell im Konferenzsaal war kurz und knapp. Die Ringe, schnell aus einem Gestapo-Depot besorgt, waren allerdings zu groß. Eva wollte zunächst als neuen Familiennamen Braun schreiben, strich das B wieder durch und schrieb weiter Hitler geb. Braun. Goebbels und Bormann unterschrieben als Trauzeugen. Anwesend waren die Sekretärin Gerda Christian, Magda Goebbels, Jugendführer Arthur Axmann, die Köchin Constanze Manziarly sowie die Generäle Wilhelm Burgdorf, Hitlers Heeresadjudant, und Hans Krebs, Generalstabschef des Heeres. Hitler stieß mit einem Glas Tokaier an, nahm seine Frau beim Arm und begab sich mit ihr zum Essen in das Arbeitszimmer. Eva hatte von der Ordonnanz ein Grammophon aufstellen und die einzig vorhandene Platte „Rote Rosen“ aufgelegt.

Hätte Hitler noch fliehen können?
Noch am späten Abend des 28. April unterbreiteten die Generäle Hitler das Angebot zu fliehen. In drei Gruppen sollten Hitler und sein Gefolge über die Heerstraße aus Berlin entkommen. Hitler war überzeugt, dass er nur von einem Kessel in den anderen geraten würde und lehnte ab. Die Nachricht, dass sein Freund Mussolini von Partisanen aufgehängt wurde, versetzte ihn in Angst und Schrecken. Da auch die Westmächte die bedingungslose Kapitulation forderten, sah er keine Möglichkeit, sich in Sicherheit zu begeben. Rund um die Reichskanzlei donnerte bereits unaufhörlich russische Artillerie.

Hat Hitler seine Untaten bereut?
Nein. Bis zuletzt glaubte Hitler, eine Art göttlicher Vollstrecker zu sein. In seinem politischen Testament, das er zwei Tage vor seinem Ende diktiert hatte, heißt es gegen alle Wahrheit, dass der Krieg gewollt und angestiftet wurde von jenen internationalen Staatsmännern, die entweder jüdischer Herkunft waren oder für jüdische Interessen arbeiteten. Noch einmal gab er seinem großen Hass Ausdruck und rechnete es sich als Verdienst an, die Juden ausgerottet zu haben. Das deutsche Volk, das sich so schmählich hat schlagen lassen, habe nichts anderes als den Untergang verdient, äußerte er gelegentlich in Gesprächsrunden.

Wie starb Hitler?
In der Nacht zum 30. April verabschiedete sich Hitler von einer Reihe Bunkerinsassen, die inzwischen vom beabsichtigten Selbstmord wussten. Die Rote Armee stand bereits wenige hundert Meter vor dem Bunker. Gegen Mittag bat er Reichsleiter Bormann, das Ehepaar Goebbels und einige weitere seiner Paladine zu sich. Gebeugter als je zuvor verabschiedete er sich wortlos bzw. murmelnd von jedem einzelnen. Danach sagte er zu seinem SS-Adjutanten Otto Günsche: Ich wünsche nicht, nach meinem Tod in einem russischen Panoptikum ausgestellt zu werden. Darauf rief Günsche Hitlers Kraftfahrer Erich Kempa an, er möge ihm 200 Liter Benzin bringen. Hitler verabschiedete sich inzwischen von seinem Chefpiloten Hans Baur. Dieser meinte, noch mit Flugzeugen entkommen zu können, z.B. nach Argentinien, Japan oder in eines der arabischen Länder, wo Hitler wegen seiner Feindschaft gegen die Juden Freunde gefunden hätte. Hitler antwortete: Ich mache Schluss. Ich weiß, morgen schon werden mich Millionen Menschen verfluchen, das Schicksal wollte es nicht anders. Zum Schluss sagte er: Baur, man müsste mir auf den Grabstein setzen: Er war das Opfer seiner Generale!
Hitler und seine Frau setzen sich allein in ihrem Wohnzimmer auf das Sofa. Es war 15.30 Uhr. Eva Braun sie hatte ihr schwarzes Taftkleid angezogen und nahm Gift, das sofort wirkte, wie sie es zuvor an Schäferund Blondi ausprobiert hatte. Hitler setzte die 7,65-mm-Pistole vom Typ Walther an die rechte Schläfe und drückte ab.
Danach wurden beide in den unter schwerem Beschuss liegenden Garten der Reichskanzlei getragen. Kempa entleerte die Kanister mit 170 Liter Benzin über beiden Leichen, die in einer flachen Mulde lagen. Goebbels reichte Kempa Streichhölzer. Dieser entzündete einen benzingetränkten Lappen und warf ihn auf die Toten. Im selben Augenblich loderte eine Flamme empor, und es bildete sich dunkler Qualm. Die Überreste der beiden Leichen wurden auf eine Zeltplane geschoben, in einen Bombentrichter hinabgelassen, in dem bereits mehrere Leichen lagen. Das Loch wurde mit Erde bedeckt und mit Holz-Stampfern planiert.

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6 Kommentare

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6 Antworten zu “Hitler – ein deutsches Trauma

  1. Pingback: Inhalt | Klaus Taubert

  2. Wahrheitsliebende

    Wer hat sich diesen Roman ausgedacht? Sie selbst oder ein anderer?

    • Meine Fragen, aber die Antworten gab der profundeste Hitlerkenner und Biograph Prof.Dr, Maser. Tatsächlich gibt es lange Filme und dicke Romane, von denen viele auf diesen simplen Erkenntnissen fußen.

  3. Wahrheitsliebende

    Nicht alles, was der breiten Masse zum Besten gegeben wird, entspricht der Wahrheit (sogar bekanntlich eher das Wenigste!). Von daher darf man davon ausgehen, dass das, was uns von einem der angeblich „profundesten Kenner“ erzählt wird, das ist, was wir zu glauben haben! Oder meinen Sie nicht?

    Dass „der Krieg von internationalen Staatsmännern gewollt und angestiftet wurde“ steht für mich nach intensiven Recherchen außer Zweifel, und wenn oben bezüglich dieser Aussage steht „gegen alle Wahrheit“, dann ist nur das „gegen alle Wahrheit“! Und dass zionistische Kräfte seit Jahrhunderten an den Schaltstellen der Macht sitzen und unsere Geschicke lenken, dürfte auch außer Frage stehen. Deutschland wurde in einen aussichtslosen Krieg gelotst, um eine starke Wirtschaftsmacht auszuschalten! Welche Rolle Hitler dabei spielte, ob er nur eine Politikermarionette war (oder auch nicht) vermag ich nicht zu sagen.

    Man darf jedoch sicher auch die autobiographischen Elemente obigen Textes in Zweifel ziehen, denn wenn an einer Stelle „gegen alle Wahrheit“ berichtet wird, dann taugt sehr wahrscheinlich der komplette Inhalt nicht viel. Tut mir leid, aber zu einem anderen Schluß kann ich da nicht kommen!

    • Grundsätzlich kann man alles in Zweifel ziehen. Dennoch empfehle ich einen Blick in das Buch des internationalen Staatsmannes Hitler „Mein Kampf“, in dem er seine Absichten und Ziele bis hin zur Vernichtung der Juden schon lange vor seiner Machtübernahme kundtat. Ich wüsste auch nicht, wer Deutschland in einen Krieg gelotst hat, der allein durch eigenen Größenwahn – die Wirtschaft nehme ich da nicht aus! – zu einem aussichtslosen Unterfangen auf Kosten von 50 Millionen Toten wurde. Wenigstens denen sollte man die Wahrheit schuldig sein.

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