Die Attraktion am Oder-Havel-Kanal

Das neue Schiffshebewerk geht seiner Vollendung entgegen

Eine neue Attraktion zieht Besucher aus Nah und Fern bei Niederfinow Tausende Besucher in ihren Bann. Das nagelneue Schiffshebewerk am Oder-Havel-Kanal. Es wird in  kurzer Zeit den ebenfalls vielbesuchten Vorgängerbau ablösen. Dieses war im Jahr 1934  am zweiten Finowkanal – gebaut von 1743 bis 1746 zwischen Oder und Havel – bei in Betrieb gesetzt worden. Es löste die sei 1912 genutzte Schleusentreppe mit vier Kammern ab, von denen jede einzelne einen Höhenunterschied von neun Metern überwand. Der Schiffsverkehr zwischen Stettin und Berlin sollte auf diese Weise beschleunigt und leistungsfähiger werden.

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Das mit Mitteln der EU kofinanzierte Investitionsobjekt sollte laut Baustellenschild ursprünglich in den Jahren von 2007 bis 2013 gebaut werden. Ursprünglich hätte das neue Schiffshebewerk  etwa zeitgleich mit dem BER Flughafen fertiggestellt sein.

Das „alte“ Hebewerk ist 94 m lang, 27 m breit und 60 m hoch. Der nicht mehr ausreichende 85 m lange Trog ist 12 m breit, 2,50 m tief und überwindet mit seinen  4.300 Tonnen einen Höhenunterschied des Geländes von  36 Metern. Eine Scheusung dauert 20 Minuten. Das Hebewerk wird in Betrieb bleiben, bis das neue Werk störungsfrei funktioniert, danach wird es als Technikdenkmal erhalten.

   SAMSUNG DIGITAL CAMERA  SAMSUNG DIGITAL CAMERAOben die ehemalige Schleusentreppe, rechts ein Blick auf die Reste der letzten Schleuse

Am 26.04.2002 wurde das neue Bauwerk, das zwischen der ehemaligen Schleusentreppe und dem alten Hebewerk entsteht, der Öffentlichkeit vorgestellt. Mit dem Neubau soll ein Engpass auf der einzigen Ost-West-Wasserstraßen-Verbindung zwischen Stettin, Berlin, Magdeburg, Hannover und Duisburg beseitigt werden.

  SAMSUNG DIGITAL CAMERADie 1934 in Dienst gestellte Hebeanlage 

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Absenken der „Wanne“ im bisherigen Hebewerk

Im Mai 2008 hat das Wasserstraßen-Neubauamt Berlin den Bauauftrag vergeben. Die geplante Bauzeit für das neue Hebewerk wurde mit fünf Jahren angegeben, es sollte zum 80. Jahrestag der Inbetriebnahme des alten Werkes im Jahr 2014 in Betrieb sein. Die Baukosten für die Gesamtanlage wurden mit 285 Mio. Euro angegeben und sollen sich nach Angaben aus dem Wasserstraßenamt auch nicht wesentlich erhöhen.

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Das Schiffshebewerk wird nach seiner Fertigstellung, die voraussichtlich drei bis vier Jahre später erfolgen wird, 133 m lang, 36 m breit und 55 m hoch sein. Der Trog für die Schiffe ist vier Meter tief und wiegt wassergefüllt 9.800 t. Damit können zukünftig 115 m lange und 11,45 m breite Fahrzeuge Niederfinow passieren. Lange Schubeinheiten müssen nicht mehr getrennt und einzeln abgefertigt werden. Wirksam werden diese neuen Parameter allerdings nur, wenn parallel die Durchfahrtshöhen von Brücken von 4,50 auf dieser künstlichen Wasserstraße garantiert sind und der Verkehr für 11,45 m breite zweilagige Containerschiffe möglich ist. Das ist bisher noch nicht überall der Fall.

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Stand der Arbeiten am neuen Schiffshebewerk (von oben) im Jahr 2012,  2014 und im Mai 2016

Nach Angaben des Wasser- und Schifffahrtsamtes Eberswalde passierten im Jahr 2008 5.172 Güterschiffe, 4.236 Fahrgastschiffe und 3.901 Freizeitboote das alte Schiffshebewerk. Der Güterdurchgang lag im Jahr 2008 bei 2.225.590 Gütertonnen. Das neue Schiffshebewerk, das – nach neuesten Angaben des zuständigen Amtes – nun voraussichtlich erst 2019 in Betrieb geht,  ist auf das Doppelte dieser Gütermenge ausgelegt.

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Jahr für Jahr besuchen etwa 150.000 Gäste das alte und inzwischen auch die Baustelle des neuen Schiffshebewerkes. Eine umfassende Ausstellung erläutert Details, Führungen werden von Experten vorgenommen, gestronomische Versorgung ist gesichert.

 

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