Bollersdorfer Steine

Wo Egon Erwin Kisch sich wohlfühlte

Bollerdorf gehört zusammen mit Pritzhagen, Klosterdorf, Grunow und Ihlow zur Gemeinde Oberbarnim. Die erste urkundliche Erwähnung geht auf des späte 14. Jahrhundert zurück, als der Ort zum Zisterzienserinnen-Kloster Friedland gehörte. Bollersdorf allein hat etwa 400 Einwohner und ist geprägt durch gut erhaltene und restaurierte alte Feldsteingebäude und eine gotische Feldsteinkirche aus dem 15./16. Jahrhundert.

Boll (1)

Bollersdorf gehört zur Märkischen Schweiz, wo seit 1890 der Tourismus gepflegt wird. Der Ort hat sich im Laufe der Jahrhunderte um einen Anger herum gebildet, zu dessen Mitte die gepflegte Idylle des Dorfteichs gehört, dessen weiße Seerosen zum Verweilen auf einer der vielen Bänke einladen.

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Kisch

Nur ein paar Schritte sind es dann zum bestens erhaltenen Vierseitenhof aus kunstvoller Feldsteinbebauung, dessen offenes Hoftor zum Betrachten einlädt. Gegenüber der Kirche, auf der anderen Seite des Teichs, führt ein Weg zum Schermützelsee, an dessen Ufer im damaligen Hotel „Zur weißen Taube“ die Reporter-Legende Egon Erwin Kisch 1927 an neuen Büchern arbeitete. Hier kam es auch zu seiner ersten Begegnung mit Bertolt Brecht. „Es ist wunderbar hier“, schrieb der „rasende“ Reporter auf einer Postkarte an seine Mutter in Prag, „See und Berge und Ruhe.“ Man kann es fast 90 Jahre später nicht anders sagen. Und was würde sich besser anbieten, als den Namen des Schriftstellers auf einem Feldstein aus der Region festzuhalten?

Boller

KischPK

Zehn Minuten zu Fuß (natürlich auch mit einem Fahrzeug zu erreichen) von Bollerdorf ist es zur idyllisch gelegenen Gaststätte „Johst am See“ (siehe Fotos), auf deren Terrasse man Kischs Eindrücke nur bestätigen kann. Mit Blick auf den Schermützelsee habe ich wohlüberlegt mehrmals bereits köstliches Zanderfilet verspeist, wenngleich die Karte noch andere kullinarische Leckerbissen bereit hält. Alles in allem ein Ort, den man als Tipp immer gern an gute Freunde weitergibt.

Johst

JohstamSee

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Ein Kommentar

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Eine Antwort zu “Bollersdorfer Steine

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