Thaer-Gedenkstätte Möglin

 

Albrecht Daniel Thaer, Begründer der modernen Agrarwissenschaft. In aller Kürze: Thaer (1752 in Celle – 1828 auf Gut Möglin bei Wriezen) war der Sohn eines Arztes und wurde nach einem Studium in Göttingen selbst Arzt. Als sich sein guter Ruf herumgesprochen hatte, wurde er Leibarz des Kurfürsten von Hannover. Sein Hobby, die Blumenzucht und die Landwirtschaft, wurden jedoch bald zur Berufung, so dass er 1780 in die königlich-kurfürstliche Landwirtschaftsgesellschaft aufgenommen wurde. 1786 heiratete er Philippine von Willich, die Tochter des Vizepräsidenten am Celler Oberappelationsgericht.

2Museum

Thaer-Museum in Möglin

1798 schrieb Thaer in einem ersten von drei Bänden über den hohen Stand der englischen Landwirtschaft: „Einleitung zur Kenntniß der englischen Landwirthschaft…“ Im Jahr 1802 gründete er in Celle in den Dammasch-Wiesen das erste deutsche Landwirtschaftliche Lehrinstitut (heute Thaers Garten).

BliesdorfIn vielen Gemeinden der Region wird des großen Reformers gedacht. Hier ein Denkmal in Bliesdorf 

Dort erzielte er unter anderem mit der Fruchtfelderwirtschaft erhebliche Ertragssteigerungen. 1804 trat Thaer in preußische Dienste, wozu ihm das Gut Möglin als erste deutsche landwirtschaftliche Akademie zur Verfügung gestellt worden war. Im Jahr 1810 erhielt er eine Professur an der Universität Berlin. Ab 1819 gab es unter seiner Leitung die Königlich Preußische Akademie des Landbaus. Hier entwickelte Thaer die Grundsätze der rationellen Landwirtschaft, mit denen er zum Gründer der deutschen Agrarwissenschaft wurde.

Granit

4Grab

Gedenkstein für Thaer im Ortsteil Möglin (von Reichenow-Möglich), ein drei Kubikmeter großer und 7,9 Tonnen schwerer Bohuslän-Granit aus Schweden / Das Grab Thaers im ehemaligen Gutsgarten von Möglin. Außerhalb des schmiedeeisernen Zaunes das Grab von Thaers Tochter Wilhelmine

Thaers Grabstätte befindet sich im Mögliner Gutspark. 1991 wurde aus der Arbeitsgruppe „Thaer“ beim Kulturbund der DDR die Fördergesellschaft Albrecht-Daniel-Thaer Möglin e.V. gegründet, die eine Gedenkstätte in Reichenow-Möglin/Brandenburg betreibt. Theodor Fontane hat in seiner Schrift „Das Oderland“ Möglin ein ganzes Kapitel gewidmet. Er nennt Thaer denjenigen, „der den Namen Möglin zu einem weit über die Grenzen unseres Landes hinausgehenden Ruhm verholfen hat“.  Zu den von Thaer geförderten landwirtschaftlichen Reformern gehört auch J. G. Koppe.

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Philippine Thaer, geborene von Willich, stand stets im Schatten ihres berühmten Mannes. Der Künstler Peter Oelker hat ihr mit der Statue „Philippina beim Aurikeln zeichnen“ ein anmutiges Denkmal gesetzt. Es steht neben (nicht vor!)  der Thaer-Ausstellung in Möglin

Johann Gottlieb Koppe (1782-1863) war ein deutscher Agronom und neben Thaer ein bedeutender Reformer der Landwirtschaft. In der Niederlausitz  geboren, ging er inLübben zur Schule. Nach einigen Jahren Arbeit in der Landwirtschaft wurde er  im Jahr 1800  Gutsverwalter. Durch seine Beiträge in landwirtschaftlichen Zeitungen wurde Albrecht Daniel Thaer auf Koppe aufmerksam. Thaer bot ihm eine Stelle als Lehrer in der agrarwissenschaftlichen Lehranstalt in Möglich  an, die Koppe 1811 antrat. 1813 veröffentlichte er das  vielbeachtete Lehrbuch „Unterricht im Ackerbau und in der Viehzucht“.

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Die Büste von Johann Gottlieb Koppe in Reichenow-Möglin erinnert an das erfolgreiche Wirken des Reformers der Landwirtschaft

 1814 wurde er Gutsverwalter der Herrschaft Reichenow des Freiherrn von Eckardstein, für den er bis 1830 unter anderem das Gut Grunow leitete und von der althergebrachten Dreifelderwirtschaft zum Schlag- und Fruchtwechsel nach englischem Vorbild überging. Nach weiteren erfolgreichen Stationen seines Wirkens im Oderbruch wurde er 1849 in den preußischen Landtag gewählt, dem er bis 1852 angehörte. Er starb auf seinem inzwischen erworbenen Gut seines Geburtsortes Beesdau.

Das bestens erhaltene Reichenower Schloss wurde von der Familie von Eckardstein gebaut. Im ehemaligen Gutshaus in Reichenow befindet sich heute einhe Künstlerkolonie

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