„Bärlindes“ zweiter Streich

Ein Bild vom 11. Oktober 2014 aus der „Baugrube“ in 17 Meter Tiefe für die U-Bahn-Station Rotes Rathaus. Darunter der Zustand in fünf Jahren, wenn die U5 spätestens ab 2020 zum ersten Mal für den öffentlichen Nahverkehr zwischen Alexanderplatz und Brandenburger Tor verkehren wird.

Baustelle

Rathaus

RotesRathaus

Entwurf des U-Bahnhofes Rotes Rathaus (zwei Ebenen): Hentschel Oestreich

MusIns

Entwurf des U-Bahnhofes Museumsinsel (mit Sternenhimmel): Max Dudler

UdL

Entwuf des U-Bahnhofes Unter den Linden: Collignon Architektur

Die zwei Kilometer lange U5 vom Alex über die Stationen Museums-Insel und Unter den Linden bis zum Brandenburger Tor, wo der Anschluss an die bereits fertiggestellte „Kanzlerbahn“ U55 hergestellt wird, wächst. Die erste Röhre ist fertig, die 75 Meter lange Bohrmaschine „Bärlinde“ hatte – nach einer Verzögerung von vier Monaten, die mit  unerwarteten Schwierigkeiten mit dem Baugrund zusammenhängen – Anfang April 2015 mit ihrem zweiten Streich begonnen, die zweite Röhre mit einem Durchmesser von 6,55 Meter in den Untergrund zu fräsen und damit zugleich die 35 cm dicke Betonschalung anzubringen.

Baustel

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Mit der neuen U-Bahn-Linie sind die Spree, das Stadtschloss und die alte Linie U6 zu unterqueren. Für den Bau des Stadtschlosses wurde übrigens die Betonwanne des Palastes der Republik genutzt und vergrößert. Interessant sind die Arbeiten am U-Bahnhof Museumsinsel, wo auf bergmännische Weise gearbeitet wird, d.h. der Untergrund, bestehend aus Sand und Wasser, wird vereist und quasi „per Spitzhacke“ abgetragen.

Bauste  Kirche

Spielzeugauto? Nein, per Kran in die Baugrube der U-Bahn-Station Rotes Rathaus gehobener Brummer mit Betonpumpe. Selbst die große Marien-Kirche wirkt angesichts der mächtigen Baugruben ziemlich klein.

Das 500-Millionen-Projekt läuft bis auf die genannte Verzögerung durch Baugrundprobleme recht planmäßig. Anfang Februar 2016 waren die Tunnel-Bohrungen beendet.  „Bärlinde“ wurde um ihren kostbaren Inhalt erleichtert, der Stahlmantel hat seinen Platz für alle Zeiten im Erdreich gefunden, weil der Bau einer riesige Grube zur Herausnahme des Mammutgerätes am Brandenburger Tor zu aufwändig und daher auch nicht genehmigt worden wäre. Die 700 Tonnen schweren „Innereien“ wurden auf ein Lastschiff verladen und dem Hersteller zurückgegeben.

Möglicherweise wird ein „archäologisches Fenster“ am Roten Rathaus den Blick auf die wiederentdeckten uralten Bauwerksreste des mittelalterlichen Berliner Rathauses ermöglichen. Die planerischen Vorarbeiten sind vorhanden, über das rund zehn Millionen teure Projekt muss noch entschieden werden.

Siehe auch unter Dokumentation: U-Bahn-Neubau in Berlin – Lückenschluss der Linie 5
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