Das Weltkulturerbe in Bernau

UNESCO-Weltkulturerbe seit 2017 – das Baudenkmal Bundesschule in Bernau als eines der größten Bauhausensembles der Welt. 1928 bis 1930 als zentrale Bildungsstätte des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund (ADGB) von den Architekten Hannes Meyer und Hans Wittwer sowie Mitarbeitern und Studierenden des Dessauer Bauhauses geschaffen, ist es ein beredtes und zeitlos schönes Beispiel für die von den Nazis abrupt beendete Bauhaus-Epoche, die 1919 von Weimar ausgehend über Dessau schließlich vielerorts ihre Bauwerke schuf. Lange unterschätzt, weil nicht für jederman zugänglich, wurde die Bundesschule in Bernau.

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DSC_0226Architekten: Hannes Meyer und Hans Wittwer

Zwischen 1933 und 1989 diente das riesige Objekt mit Schule, Wohnhäusern, Sportanlagen usw. den Nazis für Ausbildungszwecke. In der DDR wurde das Ensemble als Gewerkschaftshochschule und durch seine Abgeschlossenheit kaum bekannt. Seit der deutschen Einheit finden Sanierungen und umfassende Rekonstruktionen statt. 1990 wurde der Verein „baudenkmal bundesschule bernau e. V.“ gegründet. Von 2009 bis 2010 wurden die Lehrerhäuser saniert und rekonstruiert. 2011 wurde eine Stiftung zur weiteren Erforschung und Bekanntmachung der Bundesschule gegründet.

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DSC_0246Spätere Bauten im Bauhaus-Stil

DSC_0227Detail Original Bauhaus von 1928-30

DSC_0241Detail Original Bauhaus von 1928-30

DSC_0250Die Architekten Meyer/Wittwer schufen die Lehrerwohungen

Nach verschiedenen Vermietungen beherbergte die Schule von 1992 bis 1998 die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung. Im Februar 2003 begann der erste Bauabschnitt (Foyer und Internatshäuser) der Sanierung, die bis Ende 2007 andauerte. So wurde die Bundesschule weitgehend in ihrer ursprünglichen Gestalt wiederhergestellt.

Die Handwerkskammer Berlin nutzt die Bundesschule seit 2008 als Internat für ihr Bildungs- und Innovationszentrum „Waldfrieden“ (BIZWA). Betreiber ist der Internationale Bund (IB).

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links Meyer/Wittwer, rechts spätere Bauten nach Vorbild

Die Aufnahme in die UNESCO-Weltkulturerbe-Liste ds unter Denkmalschutz stehenden Areals erfolgte nach nationaler und internationaler Wertschätzung im Jahr 201 .

Übrigens ist Hannes Meyer, damaliger Leiter der Bauabteilung des Bauhauses, Schöpfer der Ende der Zwanzigerjahre gebauten Laubenganghäuser in Dessau. Sie sollten Vorbild für die Bebauung der Berliner Stalinallee werden. Nachdem zwei dieser praktischen Bauten fertig waren, entschied Ulbricht gegen das Bauhaus und übernahm den stalinschen Zuckerbäckerstil aus Moskau, der bis heute die Karl-Marx-Allee ausmacht, während die beiden Laubenganghäuser hinter Pappeln, rechts vor dem Frankfurter Tor,  versteckt an Uöbrichts Fehl-Entscheidung erinnern.

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