Sehenswertes Altfriedland

Die kleine Gemeinde im Kreis Märkisch Oderland, die seit 1998 zu Neuhardenberg gehört, war im Mittelalter einmal eine wirtschaftlich florierende Stadt an der Oder. Damals hieß der Ort noch Friedland, bekam erst im 19. Jahrhundert das Alt davorgesetzt. Friedland wurde in den historischen Unterlagen 1271 erstmals urkundlich erwähnt. Damals gaben sich im Zisterzienserkloster lebensfrohe Nonnen den weltlichen Genüssen hin, waren also dem Alkohol und den Männern etwas mehr zugetan als dem Gebet, weshalb der Bischof ihnen ein „Lotterleben“ bescheinigte.

DSC_0102 Kirche und überdachte Ruine des ehemaligen Zisterzienserklosten aus dem 13. Jahrhundert

Aber das war nicht der Grund für die Säkularisation, also die Einziehung kirchlichen Vermögens, im Jahr 1546, vielmehr hängt das mit der Reformation zusammen. Aus dem Klosterbesitz entstand das Friedländer Amt. Der Ort erhielt 1845 den Namen Altfriedland, weil im Oderbruch 1802, auf dem vom Binnendelta der Oder abgerungenen Land, eine Neusiedler-Kolonie namens Neufriedland gegründet worden war.

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Altar und Kanzel in der Klosterkirche am Tag des Erntedankfestes 2015, rechts der in den dreißiger Jahres restaurierte Himmel des Kirchenschiffs, der sich vom Schinkelschen Sternenhimmel in Neuhardenberg bewusst unterscheiden sollte

Unter dem Patronat der Familie von Itzenblitz waren Anfang des 19. Jahrhunderts durch den Einfluss von Albrecht Thaer (siehe: Thaer-Gedenkstätte Möglin) die Güter in Friedland zu Musterwirtschaften moderner Landwirtschaft entwickelt worden. Bis heute erinnert das alljährliche Altfriedländer Fischerfest mit dem traditionellen Fischerumzug am ersten Augustwochenende an die Tatsache, dass der Ort einmal vom Fischfang lebte, als er noch dicht an der 1848 bis 1853 auf Initiative Friedrichs des Großen umgeleiteten Oder lang.

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Kunstmarkt im Oktober 2015 in der Klosterruine

Vom alten Kloster aus dem 13. Jahrhundert ist heute noch das Refektorium, also der Speisesaal der Nonnen, in seiner ursprünglichen Substanz im geschützten Zustand als Kulturstätte erhalten. Neben Konzerten und anderen Veranstaltungen findet dort jedes Jahr im Oktober ein Kunstmarkt statt.

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