Der „Mogli“ von Rüdersdorf

Regional angepasst: Das Dschungelbuch in „Eschnapur“

Rüdersdorf hat jetzt sein eigenes „Dschungelbuch“. Der Welthit von Walt Disney nach den über hundert Jahre alten Büchern von Rudyard Kipling hat als Lockmittel einen brandenburgischen Anstrich erhalten. Am vierten Adventsonntag erlebte das Stück eine Aufführung vor zahlreichen Kindern und ihren Eltern oder Großeltern, die erwartungsvoll in das Rüdersdorfer Kulturhaus „Martin Andersen Nexö“ gekommen waren. Die Erwartungen wurden nicht enttäuscht.

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Stephan Wapenhans, der im Sommer schon das „Weiße Rössl“ als Regisseur und Sänger erfolgreich auf die Bretter der Gemeinde stellte und manch andere gelungene Inszenierung hinter und ganz sicher noch vor sich hat, war der Spiritus Rector der jüngsten Inszenierung. Zusammen mit dem „Pelle-Musical-Camp“, an dem sich Schüler zwischen Berlin, Strausberg und rundherum als begeisterte Amateure für Kunst und Unterhaltung engagieren und in den Sommerferien neue Projekte auf die Beine stellen, hat der Regisseur mit ihnen das „Dschungelbuch“ einstudiert. Dabei war unschwer eine Beziehung zu Rüdersdorf herzustellen, in dessen Kalkbergen einst der Film „Der Tiger von Eschnapur“ entstand und der kleine Mogli aus dem Dschungelbuch der indischen Heimat so nahe ist.

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Die Auswahl der jungen und etwas älteren Künstlerinnen und Künstler zwischen sieben und 22 Jahren offenbart, dass unter ihnen manches Talent heranreift, das in einigen Jahren auf anderen Bühnen wiederzufinden sein wird.

Mag sein, dass sich dann der eine oder andere an Mogli, Shere Khan, Rakscha oder Balu erinnert und an die musikalische Leitung von Stefanie Bremerich, die Choreografie von Sandra Miklautz und die Gesangstipps von Leticia Thate. „Ja, damals, da habe ich Feuer gefangen“, wird es heißen und die von Jan D. Jach und Irina Behrendt entworfenen Kostüme tauchen wie bunte Träume in den Erinnerungen an Rüdersdorf 2015 und 2016 auf, die man nicht vergessen will, weil sie der Anfang waren und mehr bedeuteten als das Vorführen unausgereifter Talente in „Deutschland sucht den Superstar“

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Es wäre unfair, aus dem Kreis der mehr als 30 Kinder und Jugendlichen den einen vor anderen zu nennen. Man sah ihnen an, dass sie mit dem Herzen dabei waren und – vielleicht zählt das ganz besonders – Spaß hatten.

Der Weg durch den Dschungel war für die Kinder und Jugendlichen wie der Irrweg durch den gesellschaftlichen Zauberwald der Gegenwart, in der mancher Politiker wie eine aus der Rolle gefallene Märchenfigur erscheint. Allein Klugheit, Teamgeist und vertrauensvolles Miteinander öffnet die Pforten für den geheimnisvollen Tempel der Weisheit, den zu suchen, so scheint es, ganze Völker unterwegs sind.

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Mag sein, dass die anfangs etwas scheuen Amateure noch etwas mehr aus sich heraus gehen werden, wenn sie begriffen haben, dass die, die „da unten“ sitzen, es nicht besser können und ruhig ein klein wenig mehr Zunder “von oben“ haben dürfen. Also, Gratulation, und beim nächsten Auftritt: Feuer frei! Ihr könnt es doch.

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