Mehr Geschlechtergerechtigkeit!

 

Man kann die schöne deutsche Sprache durch geschlechtergerechte und gleichberechtigte Bilder (so genannten Gender-Krampf) derart verhunzen, dass man sie kaum noch lesen möchte, um dem Blödsinn keinen Vorschub zu leisten. Man stelle sich einen einfachen Text vor, der eine simple Gegebenheit beschreibt, die seit Jahrhunderten von Weiblein und Männlein gleichermaßen verstanden wird. In meinem Beispiel will ich der heutigen Forderung des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie des Landes Brandenburg nach geschlechtsgerechter Formulierung einmal nachkommen:

Bisher:

Wenn die Besucher nicht in der Lage sind, die Teilnehmergebühr zu entrichten, weil sie noch Studenten und keine Absolventen sind, können die Mitarbeiter sie nicht zulassen, weil sie dann die Referenten, die zum Teil angesehene Ärzte sind, nicht bezahlen können.

Gefordert:

Wenn die Besucherinnen und Besucher nicht in der Lage sind, die Teilnehmerinnengebühr und die Teilnehmergebühr zu entrichten, weil sie noch Studentinnen und Studenten und keine Absolventinnen und Absolventen sind, können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sie nicht zulassen, weil sie dann die Referentinnen und Referenten, die zum Teil hochangesehene Ärztinnen und Ärzte sind, nicht bezahlen können.

Man kann sich natürlich darauf einigen, in Zukunft stets geschlechtsspezifisch zu formulieren und zu artikulieren, zumal wir laut Ministerium immer noch auf eine Vielzahl von maskulin-generalisierenden Formen (generisches Maskulinum) treffen, „wenn zum Beispiel von „den Beamten“, „den Arbeitern“ oder den „Studenten“ gesprochen wird“. Also, Schluss jetzt mit  der maskulinen Überheblichkeit. Selbst bei  Nachrichten und Mitteilungen, beispielsweise der Polizei, sollte der Inhalt an der Korrektheit der Formulierungen gemessen werden. Willkürlich herausgefischte Mitteilungen habe ich im Folgenden auf den geforderten Stand gebracht:

Der neueste Trick: Die Verbrecherinnen und Verbrecher klingeln nachts Sturm, um ihre Opfer aus dem Bett zu locken…

Geben die Einbrecherinnen oder Einbrecher sich als Polizistinnen oder Polizisten aus, sollten Sie bei der nächsten Dienststelle anrufen und nachfragen.

Das dichte Autobahnnetz ermöglicht den hochmobilen Diebinnen und Dieben, sich schnell von den Tatorten zu entfernen. Nicht immer können die Beamtinnen und Beamten mit dem Tempo der Einbrecherinnen und Einrecher mithalten. 

Kriminalistinnen und Kriminalisten unterscheiden zwischen drei verschiedenen Typen von Einbrecherinnen und Einbrechern: … Zumeist stammen diese Täterinnen und Täter  aus Osteuropa,  …

Manche Betrügerinnen und Betrüger sind so dreist, dass sie sich unter falscher Identität sogar als Verbraucherschützerinnen und Verbraucherschützer ausgeben.   

Zahlreiche Möglichkeiten für die Begehung von Taschendiebstählen bieten sich dem Täterkreis an: überall, wo viele Menschen zusammen kommen, wo Gedränge entsteht, werden auch Taschendiebinnen und Taschendiebe nicht weit sein.

Welch ein Glück, dass nicht immer nur die Männer Ursache allen Übels sind! Schließlich geht es um die Gleichstellung von Frauen und Männern! Künftig achte man also verschärft  auf Formulierungen, die niemanden benachteiligen. Verwenden Sie künftig beide zulässige Formen von Gangsterinnen und Gangster,  Bankerinnen und Banker, Kapitalistinnen und Kapitalisten, Vollpfostinnen und Vollpfosten. Letztere müssen ja nicht unbedingt in Ministerien sitzen.

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