Abbruchreifes ICC

Dem ICC, jener gewöhnungsbedürftige „Panzerkreuzer“ am Berliner Funkturm, soll der Abriss erspart bleiben. Dafür steht seltsamerweise die grüne Wirtschaftssenatorin Ramona Popp. Mit Geschick wird aus der Berichterstattung der Begriff Asbest ausgespart, um nicht auf das Schicksal des Palastes der Republik verweisen zu müssen, der wegen einer angeblichen Asbest-Gefahr abgerissen wurde. Dabei weiß man längst, dass der in aller Welt gepriesene Mehrzweckbau als Statusobjekt der Honecker-Ära gegen jede Vernunft weichen musste. Im ICC wurde das gleiche englische Asbestspritz-Verfahren genutzt, wie beim Bau des Palastes. Wie mir der Ostberliner Stadtbaudirektor erklärte, habe man viel sparsamer mit dem teuren Asbest umgehen müssen als beim ICC.

Nach dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik liefen selbsternannte Wessi-Experten demonstrativ mit Mundschutz durch den Palast der Republik, um sich durch Asbest nicht zu gefährden. Da fragt man sich, warum hatten die von 2015 bis 2017 im ICC untergebrachten Flüchtlinge keinen Mundschutz? Das  1979 für rund eine Milliarde DM, inzwischen technisch verschlissene ICC ist abbruchreif. Statt mehrere hundert Millionen Euro in das Wrack zu stecken, sollte sich die Stadtplanung für dieses Terrain Neues und Zeitgemäßes einfallen lassen.

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Meinung

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s