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Wie Kater Oskar fliegen lernen wollte

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katze

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Das Buch beschreibt die Geschichte eines aus fernen Regionen zugewanderten Katers, der die Herrschaft über einen Bauernhof an sich reißt und für Tauben und Mäuse zum Schreckgespenst wird. Doch mit List und Tücke setzen sich die kleinen Hofbewohner zur Wehr und schaffen es schließlich, dem selbstherrlichen Macho die Grenzen seiner Macht zu zeigen. Das ist nicht immer gefahrlos, doch wie so oft im Leben heiligt der Erfolg die Mittel…

Erstmals hat Sabrina Scholz als talentierte junge Hobby-Zeichnerin ein Buch illustriert, das anzuschauen allein schon Freude macht.

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Reich, reicher, unanständig

In Deutschland haben die Super-Reichen, also jene, die abzüglich Schulden über mindestens 30 Millionen Dollar verfügen, in diesem Jahr besonderen Grund zur Freude. Ihr Vermögen hat laut Berechnungen der Schweizer Bank USB um zehn bis zwölf Prozent zugenommen, mehr als in anderen Industrieländern, das der ärmeren Millionäre „nur“ um sechs bis sieben Prozent. Das spricht eindeutig dafür, dass der Nährboden für Vermögenswachstum der Reichen in Deutschland besser ist als anderswo in der Welt. Allein der Vermögenszuwachs der Reichen 2014 würde genügen, um alle Arbeitnehmer das Landes zwei Jahre zu bezahlen, und dabei wäre kein Milliardär ärmer als vor einem Jahr.

In der Bundesrepublik kontrollieren die Super-Reichen rund 23 Prozent des Gesamtvermögens. Um das Verhältnis zum „Normalbürger“ einmal zu veranschaulichen, hieße das: Den paar Super-Reichen in Deutschland gehört Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt allein, während sich rund 80 Millionen Einwohnern mit dem Rest des Landes begnügen müssen.

Hinzu kommt, dass in keinem anderen Land der Welt der Anteil an Riesen-Erbschaften größer ist als in Deutschland. Mehr als jeder zweite Milliardär hat sein Vermögen geerbt, bzw. geerbt und weitervermehrt. Das sind zusammen mehr als jene, als sich Selfmade-Millionäre nennen können. Ein guter Grund, die ausgesetzte Vermögenssteuer rasch wieder einzuführen, ohne damit die Wirtschaft zu beeinträchtigen, aber den Bundesländern jährlich mindestens zehn Milliarden Euro zusätzlich für Bildung, Soziales und andere Leistungen für das Volk zukommen zu lassen.

Das Vermögen ist nicht unbegrenzt. Je mehr „oben“ angehäuft wird, um so weniger steht „unten“ als Kaufkraft zur Verfügung. Und da Autos nun mal keine Autos kaufen (Henry Ford), schneidet sich die Geld-Elite mit ihrer Gier ins eigene Fleisch, wenn statt der Kaufkraft, von der sie profitieren, die sozialen Unruhen wachsen, dem Kapital nahestehende Regierungen abgewählt werden und eine soziale Marktwirtschaft notfalls gewaltsam eingefordert wird. So wie sie die Bundesrepublik bis in die späten Sechzigerjahre groß und stark gemacht hat.

(Übrigens schreibt der „Spiegel“: „Fast zwei Millionen Menschen arbeiten in Deutschland für weniger als fünf Euro pro Stunde. Daran wird auch der Mindestlohn nur wenig ändern. Denn Hungerlöhner stützen die deutsche Wirtschaft.“)

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Honeckers „Kahlschlag“-Rede

Als die Gegner von Reformen in der DDR in die Offensive gingen

Auszug aus Erich Honeckers „Kahlschlag“-Rede am 15. Dezember 1965 auf dem 11. Plenum des ZK der SED, die einer von Ulbricht eingeleiteten liberaleren Jugendpolitik ein Ende bereitete und dem „Tauwetter“ auf vielen Gebieten von Kunst und Kultur Einhalt gebot. Der orthodoxe Apparatschik-Flügel um „Kronprinz“ Honecker fürchtete um seinen Einfluss in der Wirtschaft, unter der Jugend, in Kultur und Gesellschaft insgesamt. Im Grunde zielten Honeckers Angriffe, die von seinem Jagdfreund, dem Kreml-Chef Leonid Breshnew unterstützt wurden, auf die von Ulbricht eingeleiteten Wirtschaftsreformen, die sich vom sowjetischen Weg einer strengen zentralistischen Regulierung unterschieden und in einem Land des Warschauer Vertrags der Volkswirtschaft erstmals Möglichkeiten marktwirtschaftlichen Wirkens eröffneten.

Da dieses 11. Plenum eigentlich den Perspektivplan der Volkswirtschaft behandeln sollte, suchte Honecker den Weg über Nebenschauplätze, um Ulbrichts Politik zu unterminieren. Wenige Tage zuvor hatte sich der Hauptakteur der Reformpolitik, der ehemalige Raketenspezialist unter Wernher von Braun und in der Sowjetunion, Erich Apel, das Leben genommen (siehe auch: „Das tragische Ende eines Reformers – Zum Freitod Erich Apels“ und „Das Ende einer Ära – Wie Honecker und Co. Wirtschaftsreformen  in der DDR  verhinderten“).

Anfang der Siebzigerjahre waren mit Honeckers Machtantritt die Reformen endgültig gescheitert. Eine verfehlte Wirtschaftspolitik, die sich über Jahre mit der müsam geschaffenen Substanz über Wasser hielt, führte in Verbindung mit der zentralisierten Bevormundung eines unkontrollierten Parteiapparates zum Scheitern des Experiments „entwickelte sozialistische Gesellschaft“.

Hier der Auszug aus der mehrstündigen Rede Honeckers, die die DDR veränderte: (Zwischenüberschriften und Hervorhebungen im folgenden Rede-Ausschnitt Honeckers entstammen dem „Neuen Deutschland“ vom 16. Dezember 1965)

„Ein sauberer Staat mit unverrückbaren Maßstäben

Unsere DDR ist ein sauberer Staat. In ihr gibt es unverrückbare Maßstäbe der Ethik und Moral, für Anstand und gute Sitte. Unsere Partei tritt entschieden gegen die von den Imperialisten betriebene Propaganda der Unmoral auf, die das Ziel verfolgt, dem Sozialismus Schaden zuzufügen. Dabei befinden wir uns in voller Übereinstimmung mit der Bevölkerung, der DDR und der überwiegenden Mehrheit der Menschen in Westdeutschland. In den letzten Monaten gab es einige Vorfälle, die unsere besondere Aufmerksamkeit erforderten. Einzelne Jugendliche schlossen sich zu Gruppen zusammen und begingen kriminelle Handlungen; es gab Vergewaltigungen und Erscheinungen des Rowdytums. Es gibt mehrere Fälle ernster Disziplinverstöße beim Lernen und in der Arbeit. Studenten, die zum Ernteeinsatz waren, veranstalteten Saufgelage im Stile des westdeutschen reaktionären Korpsstudententums. Die Arbeitsmoral während des Einsatzes war bei einigen Gruppen von Studenten schlecht. Hier zeigt sich wiederum der negative Einfluss von Westfernsehen und Westrundfunk auf Teile unserer Bevölkerung. Wir stimmen jenen zu, die feststellen, dass die Ursachen für diese Erscheinungen der Unmoral und einer dem Sozialismus fremden Lebensweise auch in einigen Filmen, Fernsehsendungen, Theaterstücken, literarischen Arbeiten und in Zeitschriften bei uns zu sehen sind. Es häuften sich in letzter Zeit auch in Sendungen des Fernsehfunks, in Filmen und Zeitschriften antihumanistische Darstellungen. Brutalitäten werden geschildert, das menschliche Handeln auf sexuelle Triebhaftigkeit reduziert.

Den Erscheinungen der amerikanischen Unmoral und Dekadenz wird nicht offen entgegengetreten. Das gilt besonders für den Bereich der heiteren Muse und der Unterhaltung, für einzelne literarische Arbeiten und leider auch für viele Sendungen im „DT 64″. In einigen während der letzten Monate bei der DEFA produzierten Filmen, „Das Kaninchen bin ich“ und „Denk bloß nicht, ich heule“, im Manuskript des Bühnenwerkes „Der Bau“, veröffentlicht in „Sinn und Form“, in einigen Fernsehproduktionen und literarischen Veröffentlichungen zeigen sich dem Sozialismus fremde, schädliche Tendenzen und Auffassungen. In diesen Kunstwerken gibt es Tendenzen der Verabsolutierung der Widersprüche, der Missachtung der Dialektik der Entwicklung, konstruierte Konfliktsituationen, die in einen ausgedachten Rahmen gepresst sind. Die Wahrheit der gesellschaftlichen Entwicklung wird nicht erfasst. Der schöpferische Charakter der Arbeit der Menschen wird negiert. Dem einzelnen stehen Kollektive und Leiter von Partei und Staat oftmals als kalte und fremde Macht gegenüber. Unsere Wirklichkeit wird nur als schweres, opferreiches Durchgangsstadium zu einer illusionären schönen Zukunft — als „die Fähre zwischen Eiszeit und Kommunismus“ (Heiner Müller: „Der Bau“) angesehen. Einige „Philosophen des Widerspruchs“ behaupten, sie hätten die Fähigkeit für sich allein gepachtet, Konflikte aufzuspüren und zu verallgemeinern. Sie tun fast so, als könnten die Menschen durch die Popularisierung von Schwierigkeiten leben und satt werden. …

Kein Platz für spießbürgerlichen Skeptizismus

Im Namen einer „abstrakten Wahrheit“ konzentrieren sich diese Künstler auf die Darstellung von angeblichen Mängeln und Fehlern in der Deutschen Demokratischen Republik. Einige Schriftsteller sind der Meinung, dass die sozialistische Erziehung nur durch die summierte Darstellung von Mängeln und Fehlern erfolgreich sein kann. Sie bemerken nicht, dass die Wirkung ihrer Kunstwerke nach rückwärts zerrt und die Entwicklung des sozialistischen Bewusstseins der Werktätigen hemmt. Wie soll denn eine Ideologie des „spießbürgerlichen Skeptizismus ohne Ufer“ den Werktätigen helfen? Den Anhängern dieser Ideologie, die halbanarchistische Lebensgewohnheiten vertreten und sich darin gefallen, viel von „absoluter Freiheit“ zu reden, möchten wir ganzen offen erklären: Sie irren sich, wenn sie die Arbeitsteilung in unserer Republik so verstehen, dass die Werktätigen die sozialistisch Gesellschaftsordnung aufopferungsvoll aufbauen und andere daran nicht teilzunehmen brauchen, dass der Staat zahlt und andere das Recht haben, den lebensverneinenden, spießbürgerlichen Skeptizismus als alleinseligmachende Religion zu verkünden. Es gibt eine einfache Rechnung: Wollen wir die Arbeitsproduktivität und damit den Lebensstandard weiter erhöhen, woran doch alle Bürger der DDR interessiert sind, dann kann man nicht nihilistische, ausweglose und moralzersetzende Philosophien in Literatur, Film, Theater, Fernsehen und in Zeitschriften verbreiten. Skeptizismus und steigender Lebensstandard beim umfassenden Aufbau des Sozialismus schließen einander aus. Und umgekehrt: Eine von unserer sozialistischen Weltanschauung ausgehende vielfältige, lebensnahe, realistische Kunst und Literatur sind gute Weggefährten und Wegbereiter für die arbeitenden Menschen in unserer Deutschen Demokratischen Republik.

Die aktive Rolle der Kunst und Literatur besteht gerade darin, die Überwindung der Widersprüche auf der Grundlage unserer sozialistischen Bedingungen im bewussten Handeln der Menschen durch die konstruktive Politik von Partei und Staat künstlerisch zu erfassen.

Wir sind selbstverständlich nicht gegen die Darstellung von Konflikten und Widersprüchen, wie sie beim Aufbau des Sozialismus auftreten. Wir sind nicht für eine oberflächliche Widerspiegelung der Wirklichkeit. Uns geht es um den parteilichen Standpunkt des Künstlers bei der politischen und ästhetischen Bewertung unserer Wirklichkeit und damit auch um sein aktives Mitwirken bei der Darstellung der Konflikte und ihrer Lösungen im Sozialismus. Die Orientierung auf die Summierung von Fehlern, Mängeln und Schwächen wird von Kreisen genährt, die daran interessiert sind, gegenüber der Politik der DDR Zweifel zu erwecken und die Ideologie des Skeptizismus zu verbreiten. Zu diesen Kreisen gehört zum Beispiel Wolf Biermann. In einem Gedichtband, der im Westberliner WagenbachVerlag erschien, hat Biermann die Maske fallen lassen. Im Namen eines schlecht getarnten spießbürgerlich-anarchistischen Sozialismus richtet er scharfe Angriffe gegen unsere Gesellschaftsordnung und unsere Partei. Mit seinen von gegnerischen Positionen geschriebenen zynischen Versen verrät Biermann nicht nur den Staat, der ihm eine hochqualifizierte Ausbildung ermöglichte, sondern auch Leben und Tod seines von den Faschisten ermordeten Vaters. Biermann wird systematisch vom Gegner zum Bannerträger einer sogenannten literarischen Opposition der DDR, zur Stimme der „rebellischen Jugend“ gemacht. Davon zeugen Sendungen westdeutscher Rundfunkstationen, Berichte in der westdeutschen Presse und Rezensionen zu seinem in Westberlin erschienenen Gedichtband. Biermann wird dort als ein „äußerst freimütiger und kühner Kritiker des mitteldeutschen Regimes“ gefeiert. Biermanns sogenannte Gedichte kennzeichnen sein spießbürgerliches, anarchistisches Verhalten, seine Überheblichkeit, seinen Skeptizismus und Zynismus. Biermann verrät heute mit seinen Liedern und Gedichten sozialistische Grundpositionen. Dabei genießt er wohlwollende Unterstützung und Förderung einiger Schriftsteller, Künstler und anderer Intellektueller. Es ist an der Zeit, der Verbreitung fremder und schädlicher Thesen und unkünstlerischer Machwerke, die zugleich auch stark pornographische Züge aufweisen, entgegenzutreten. Es stärkt nicht die Autorität des Deutschen Schriftstellerverbandes und anderer Organisationen, wie zum Beispiel des Deutschen Kulturbundes, wenn sie sich nicht mit diesen Machwerken auseinandersetzen.

Die Partei – die führende Kraft

Werktätige haben in Briefen gegen Stefan Heym Stellung genommen, weil er zu den ständigen negativen Kritikern der Verhältnisse in der DDR gehört. Er ist offensichtlich nicht bereit, Ratschläge, die ihm mehrfach gegeben worden sind, zu beachten. Er benutzt sein Auftreten in Westdeutschland zur Propagierung seines Romans „Der Tag X“, der wegen einer völlig falschen Darstellung der Ereignisse des 17. Juni 1953 von den zuständigen Stellen nicht zugelassen werden konnte. Er schreibt Artikel für im Westen erscheinende Zeitschriften und Zeitungen, in denen er das Leben in der Sowjetunion und in der DDR falsch darstellt. Er gibt vor, nur der Wahrheit das Wort zu reden, womit er aber die westlich orientierte „Wahrheit“ meint. Die „Wahrheit“, die er verkündet, ist die Behauptung, dass nicht die Arbeiterklasse, sondern nur die Schriftsteller und Wissenschaftler zur Führung der neuen Gesellschaft berufen seien. Doch der Sozialismus ist und bleibt das Werk der von ihrer marxistisch-leninistischen Kampfpartei geführten Arbeiterklasse im Bunde mit allen anderen Werktätigen, einschließlich der Intelligenz.

Das Filmwissenschaftliche Institut der Deutschen Hochschule für Filmkunst hat in den letzten Monaten eine „bemerkenswerte“ Initiative zur theoretischen Rechtfertigung der Filme geleistet, die prinzipiell kritisiert werden mussten. In seinen Publikationen geht das Filmwissenschaftliche Institut nicht von den Aufgaben des Programms des Sozialismus, von den Problemen der Entwicklung unserer sozialistischen Filmkunst aus, sondern es propagiert unter dem Mantel der Weltoffenheit Filme, die in ihrem Wesen dem bereits dargelegten „spießbürgerlichen Skeptizismus ohne Ufer“, dem Nihilismus, Tür und Tor öffnen sollen.

In einigen Zeitschriften und Zeitungen erschienen in den letzten Wochen Romane und Romanauszüge, die mit unserem sozialistischen Lebensgefühl nichts gemein haben. Dazu gehört zum Beispiel der Roman „Sternschnuppenwünsche“, der als Fortsetzungsroman in der „Jungen Welt“ erschien und der Auszug „Rummelplatz“ aus einem Entwicklungsroman über Menschen in der Wismut von Werner Bräunig in der „Neuen Deutschen Literatur“. In diesem Abschnitt gibt es obszöne Details, gibt es eine falsche, verzerrte Darstellung des schweren Anfangs in der Wismut. Wir fragen die Redaktion der „Neuen Deutschen Literatur“, warum sie sich gerade für diesen Abschnitt aus dem Entwicklungsroman von Bräunig entschieden hat. Ernste Versäumnisse gibt es auch in der Zeitschrift „Freie Welt“, die ihre Aufgabe, das Leben und die Fortschritte in der Sowjetunion allseitig zu popularisieren, in letzter Zeit vernachlässigt und sich dafür der Darstellung der Unmoral in westlichen Ländern zuwendet.

Leider hat sich in den letzten Jahren eine neue Art Literatur entwickelt, die im Wesentlichen aus einer Mischung von Sexualität und Brutalität besteht. Ist es ein Wunder, wenn nach dieser Welle in Literatur, Film, Fernsehen und Zeitschriften manche Jugendliche nicht mehr wissen, ob sie richtig oder falsch handeln, wenn sie dort ihre Vorbilder suchen? Wir sind keine Anhänger des Muckertums und sind selbstverständlich für die realistische Darstellung aller Seiten des menschlichen Lebens in Literatur und Kunst. Aber das hat nichts damit zu tun, dass wir die neuesten Ergüsse der Enthemmung und Brutalität aus dem kapitalistischen Westdeutschland einschleusen lassen, um damit unsere Jugend zu verseuchen. In diesem Sinne legen wir entschieden Wert auf die Sauberkeit auch in der Produktion des Fernsehens und des Films. Hohe Qualität wird heute von jedem gefordert, auch vom Fernsehen, von der Literatur und vom Film unserer Republik.

Über eine lange Zeit hat „DT 64″ in seinem Musikprogramm einseitig die Beat-Musik propagiert. In den Sendungen des Jugendsenders wurden in nicht vertretbarer Weise die Fragen der allseitigen Bildung und des Wissens junger Menschen, die verschiedensten Bereiche der Kunst und Literatur der Vergangenheit und Gegenwart außeracht gelassen. Hinzu kam, dass es im Zentralrat der Freien Deutschen Jugend eine fehlerhafte Beurteilung der Beat-Musik gab. Sie wurde als musikalischer Ausdruck des Zeitalters der technischen Revolution „entdeckt“. Dabei wurde übersehen, dass der Gegner diese Art Musik ausnutzt, um durch die Übersteigerung der Beat-Rhythmen Jugendliche zu Exzessen aufzuputschen. Der schädliche Einfluss solcher Musik auf das Denken und Handeln von Jugendlichen wurde grob unterschätzt. Niemand in unserem Staate hat etwas gegen eine gepflegte Beatmusik. Sie kann jedoch nicht als die alleinige und hauptsächlichste Form der Tanzmusik betrachtet werden. Entschieden und systematisch müssen ihre dekadenten Züge bekämpft werden, die im Westen in letzter Zeit die Oberhand gewannen und auch bei uns Einfluss fanden. Daraus entstand eine hektische, aufpeitschende Musik, die die moralische Zersetzung der Jugend begünstigt.

In der Filmauswahl für die Sendungen des Deutschen Fernsehfunks gibt es besonders in diesem Jahr ernste Fehler. Unter dem Deckmantel der Gesellschaftskritik an den Verhältnissen im Westen wurden Erscheinungen der Unmoral und Dekadenz, der Brutalität der amerikanischen Lebensweise verbreitet.

Es gibt auch Mängel in der Erziehung der Jugend, vor allem der studierenden Jugend. Wir halten es für dringend notwendig, der Jugend das Verständnis für die Geschichte unseres Volkes und für den historischen Kampf der deutschen Arbeiterklasse und ihrer Partei zu vermitteln, sie zum vaterländischen Denken zu erziehen, in der gesamten Jugend die Liebe zur Deutschen Demokratischen Republik zu pflegen und an die Jugend hohe Anforderungen beim Lernen und im Beruf zu stellen. Es ist eine falsche Methode, sich mit jungen Menschen vor allem darüber zu unterhalten, was am Sozialismus alles falsch ist. Diese Methode wird offensichtlich in der Praxis nicht selten angewandt. Kürzlich wurde gesagt, daß bestimmte Erscheinungen bei einem Teil der Jugend auf eine gewisse Leere durch unsere mangelhafte offensive geistige Auseinandersetzung zurückzuführen sind. In diese – wie gesagt wurde – „Hohlräume“ seien dann schließlich feindliche Ideologie und dementsprechendes Verhalten bei uns eingedrungen. Das ist soweit richtig. Aber man kann diese – um bei dem Ausdruck zu bleiben – „Hohlräume“ nicht ausfüllen, wenn man in Diskussionen mit Jugendlichen selbst von der defensiven Fragestellung ausgeht, was ihnen in der DDR oder am Sozialismus alles nicht gefällt.

Unsere zwanzigjährigen Erfahrungen bei der Erziehung der jungen Generation haben bewiesen, dass junge Menschen dann zu überzeugten Sozialisten und aufrechten Staatsbürgern der DDR werden, wenn man ihnen einen klaren Weg zeigt, ihnen unsere marxistisch-leninistische Weltanschauung nahebringt und ihnen große Aufgaben in der Arbeit und beim Lernen überträgt. Dann schlägt entgegengebrachtes Vertrauen auch in verantwortungsbewusstes Handeln um.

Die ideologischen Ursachen fehlerhafter Erscheinungen und Tendenzen liegen vor allem:

– in einem unzureichend gefestigten marxistisch-leninistischen Weltbild einiger Kulturschaffender, Sie haben oft eine subjektivistische Sicht und Wertung, eine unhistorische Betrachtungsweise des Kampfes unserer Partei und der Volksmassen beim Aufbau des Sozialismus;

– in einer nicht genügend vorhandenen Kenntnis der Wissenschaftlichkeit und Kontinuität der Politik der Partei um die Erfüllung der nationalen Mission der Deutschen Demokratischen Republik;

– in Positionen des philosophischen Skeptizismus, der in Kreisen der Intelligenz besonders in Verkennung des schöpferischen Charakters der Beschlüsse des XX. Parteitages der Kommunistischen Partei der Sowjetunion zu wirken begann. Dieser Skeptizismus wird noch dadurch verstärkt, dass der Gegner die These des „Zweifels an allem, des Zweifels an jeder Autorität“ zu einer Hauptlosung seiner ideologischen Diversion macht.

Der Gegner fordert von den Kulturschaffenden der DDR nicht mehr die Absage an den Sozialismus, die Aufgabe sozialistischen Gedankengutes, sondern nur den „Zweifel an der Richtigkeit unseres sozialistischen Weges“.

Der Skeptizismus hat auch noch eine andere Ursache. Viele Kulturschaffende sind der Meinung, dass Deutschland einen etwaigen Krieg oder Atomkrieg nicht überleben könne. Sie sind bereife zur Verhinderung eines Atomkrieges politische Konzessionen an den westdeutschen Imperialismus zu machen; obwohl nur der entschlossene Kampf gegen die von den westdeutschen Imperialisten und Militaristen betriebene Politik der atomaren Rüstung und des Revanchismus den Frieden und die friedliche Zukunft des deutschen Volkes sichern können.

Das Charakteristische all dieser Erscheinungen besteht darin, dass sie objektiv mit der Linie des Gegners übereinstimmen, durch die Verbreitung von Unmoral und Skeptizismus besonders die Intelligenz und die Jugend zu erreichen und im Zuge einer sogenannten Liberalisierung die DDR von innen her aufzuweichen.

Um über die neuen Probleme beim umfassenden Aufbau des Sozialismus Klarheit zu schaffen, muss vor allem in den Parteiorganisationen der künstlerischen Institutionen und Verbände, an den Universitäten, Hochschulen und Schulen, im Rundfunk, Fernsehen, in der DEFA und In‘ den Presseorganen die ideologische Kampfbereitschaft und die Parteierziehung mit Unterstützung der leitenden Parteiorgane wesentlich verstärkt werden. Den Zirkeln für die marxistisch-leninistische Bildung der Künstler, Wissenschaftler und Studenten ist allseitige Unterstützung zu geben, um das marxistisch-leninistische Weltbild und das Verständnis für die Grundfragen unserer Politik weiterzuentwickeln.

Ernste Versäumnisse in der Entwicklung der ideologisch-politischen Führungsarbeit gibt es besonders seitens der leitenden Genossen des Ministeriums für Kultur, die die Aufgaben der Staatsmacht als Hauptinstrument beim Aufbau des Sozialismus verkennen. Die staatlichen Leitungen im Filmbereich und die Leitung des Deutschen Schriftstellerverbandes haben keinen prinzipiellen Kampf gegen die im Bericht aufgezeigten Erscheinungen geführt. Sie überließen die Entwicklung in ihrem Verantwortungsbereich dem Selbstlauf. Es ist notwendig, dass die verantwortlichen Genossen Schlussfolgerungen für die Verbesserung der Arbeit im ideologischen Bereich ziehen.“

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Sehenswertes Altfriedland

Die kleine Gemeinde im Kreis Märkisch Oderland, die seit 1998 zu Neuhardenberg gehört, war im Mittelalter einmal eine wirtschaftlich florierende Stadt an der Oder. Damals hieß der Ort noch Friedland, bekam erst im 19. Jahrhundert das Alt davorgesetzt. Friedland wurde in den historischen Unterlagen 1271 erstmals urkundlich erwähnt. Damals gaben sich im Zisterzienserkloster lebensfrohe Nonnen den weltlichen Genüssen hin, waren also dem Alkohol und den Männern etwas mehr zugetan als dem Gebet, weshalb der Bischof ihnen ein „Lotterleben“ bescheinigte.

DSC_0102 Kirche und überdachte Ruine des ehemaligen Zisterzienserklosten aus dem 13. Jahrhundert

Aber das war nicht der Grund für die Säkularisation, also die Einziehung kirchlichen Vermögens, im Jahr 1546, vielmehr hängt das mit der Reformation zusammen. Aus dem Klosterbesitz entstand das Friedländer Amt. Der Ort erhielt 1845 den Namen Altfriedland, weil im Oderbruch 1802, auf dem vom Binnendelta der Oder abgerungenen Land, eine Neusiedler-Kolonie namens Neufriedland gegründet worden war.

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Altar und Kanzel in der Klosterkirche am Tag des Erntedankfestes 2015, rechts der in den dreißiger Jahres restaurierte Himmel des Kirchenschiffs, der sich vom Schinkelschen Sternenhimmel in Neuhardenberg bewusst unterscheiden sollte

Unter dem Patronat der Familie von Itzenblitz waren Anfang des 19. Jahrhunderts durch den Einfluss von Albrecht Thaer (siehe: Thaer-Gedenkstätte Möglin) die Güter in Friedland zu Musterwirtschaften moderner Landwirtschaft entwickelt worden. Bis heute erinnert das alljährliche Altfriedländer Fischerfest mit dem traditionellen Fischerumzug am ersten Augustwochenende an die Tatsache, dass der Ort einmal vom Fischfang lebte, als er noch dicht an der 1848 bis 1853 auf Initiative Friedrichs des Großen umgeleiteten Oder lang.

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Kunstmarkt im Oktober 2015 in der Klosterruine

Vom alten Kloster aus dem 13. Jahrhundert ist heute noch das Refektorium, also der Speisesaal der Nonnen, in seiner ursprünglichen Substanz im geschützten Zustand als Kulturstätte erhalten. Neben Konzerten und anderen Veranstaltungen findet dort jedes Jahr im Oktober ein Kunstmarkt statt.

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Märkische Miniaturen

AltlandsbAltlandsberg
Bollersdorf   Bollersdorf
????????????????????????????????????Buckow, Brecht-Garten
FredersdorfFredersdorf, Taubenturm
GielsdorfGielsdorf, Waagehäuschen
GroßNeuendorfGroß Neuendorf, Schwalben
GusowGusow, im Schlosspark
HubertusstHubertusstock, Bronzehirsch
KienbaumKienbaum, Ort eines Hauptmann-Dramas
Louis Tuaillon HirschfeldeHirschfelde, Hirsch von Louis Tuaillon
Mögl3Möglin, Philippine Thaer
SAMSUNG DIGITAL CAMERANeuhardenberg, Schlosspark
????????????????????????????????????Prädikow, im Kirchgarten
StrausbergStrausberg, am Straussee
TempelbergTempelberg
Trebnitz Trebnitz, Unvollendete
VevaisVevais, Denkmal für Asylbewerber des 18. Jahrhunderts
WilkendWilkendorf, Ausgestorbene Linie derer von Pfuel
Wriezen Wriezen, Brunnen-Gipfel
ZollbrückeZollbrücke, Oderblick
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Kunersdorf, Alter Fritz

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Beate-Uhse-Stadt Strausberg

Die weniger bekannte Erfolgs-Geschichte einer bekannten Unternehmerin – Ein Blick in das Flugplatz-Museum

Man sollte annehmen, Strausberg – einst Sitz des Verteidigungs-Ministeriums der DDR mit vielen Wohnungen für hohe und höhere ehemalige und heutige Offiziere – und Beate Uhse, das geht nicht zusammen. Und doch geht das besser zusammen als man glaubt.

Beate Uhse, als Beate Köstlin in der Familie einer Ärztin und eines Gutsbesitzers 1919 in Wargenau (Ostpreußen) zur Welt gekommen, hat viele Jahre in Strausberg verbracht und der Stadt zeitlebens die Treue gehalten. Ihre Mutter war übrigens eine der ersten drei Ärztinnen in Deutschland und gewissermaßen eine Wegbereiterin sowie Vorbild für die Tochter.

????????????????????????????????????Flugplatz Strausberg mit dem gegenüber liegenden Museum

????????????????????????????????????Auf Internaten ausgebildet, wurde sie mit 15 bereits hessische Meisterin im Speerwerfen und ging mit 16 ein Jahr als Au-pair nach England, um die Sprache zu lernen. Mit 17 hatten es ihr die Eltern erlaubt, dass sie ihren Traumberuf ergreift und Pilotin wird. An der Reichsmotorflugschule in Rangsdorf bei Berlin erwarb sie als einziges Mädel unter Männern den Pilotenschein. Ab Ende 1937 war sie Einfliegerin im Flugzeugreparaturwerk Alfred Friedrich in Strausberg, für das sie mehr als 700 Schulflugzeuge einflog.

Als junge Frau übernahm sie im Zweiten Weltkrieg die Aufgabe, deutsche Jagdflugzeuge zu den Frontflugplätzen zu bringen. In dieser Zeit fiel ihr Ehemann Hans-Jürgen Uhse, einer ihrer Fluglehrer und spätere Staffelkapitän in einem Nachtjagdgeschwader, den sie mit 20 Jahren geheiratet hatte. Als die Rote Armee Berlin bereits eingekesselt hatte, flüchtete sie mit der allerletzten noch flugtauglichen Maschine zusammen mit ihrem 1943 geborenen ersten Sohn, dem Kindermädchen und mehreren Verwundeten nach Flensburg in Schleswig-Holstein, ihrer künftigen engeren Heimat.

Beate Uhse gilt als Pionierin des fliegerischen Fortschritts in der Luftfahrt, die als junge Frau bereits bahnbrechende Leistungen in einem bis dahin den Männern vorbehaltenen Beruf vollbrachte.

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1994Strausb

Beate Köstlin als 17-jährige Flugschülerin in Rangsdorf und als fast 75-jährige Unternehmerin  Beate Uhse 1994 nach der Landung  mit ihrer Maschine in Strausberg

Das Andenken an die Kunstfliegerin wird in dem zum Flugplatz Strausberg gehörenden Museum mit vielen Details gewürdigt. Die Modelle zahlreicher Fluggeräte, die Beate Uhse eingeflogen und übergeführt hat, sowie Details aus ihrem Leben sind anschaulich dargestellt. Die erfolgreiche Unternehmerin aus Flensburg, die weltweit den ersten Sex-Shop gründete, war bis zu ihrem Tod im Jahr 2001 Strausberg sehr verbunden. 1994 landete sie mit knapp 75 Jahren ihre Maschine genau 50 Jahre nach ihrem letzten Überführungs-Flug in Strausberg, wo sie von den Bewohnern herzlich willkommen geheißen wurde. Übrigens: Wenn schon nicht die Stadt, so könnte doch der Flugplatz einen Namen gebrauchen, warum nicht „Beate-Uhse-Flugplatz“? In einer Stadt, in der mit Dr. Sigmund Jähn der erste Deutsche im  Weltraum zu Hause ist, wäre eine Erinnerung an eine Pionierin der Luftfahrt nur angemessen.

Neue Attraktion vorgestellt

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Das erneuerte alte Schmuckstück AN-2 verlässt die Montagehalle…

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...und wird auf den Flugplatz transportiert, wo sie…

DSC_0460…unmittelbar unter dem Tower ihren neuen Platz für die Besichtigung durch Museumsbesucher erhält

Das alles ist nur ein Ausschnitt aus dem sehenswerten, 2008 eröffneten Flugplatz-Museum, das im Mai 2015 um eine weitere Attraktion bereichert wurde. Auf der Freifläche vor dem Tower wurde eine AN-2 aufgestellt, deren Geschichte seit den Fünfzigerjahren eng mit dem Flugplatz verbunden ist. Das 1968 in Polen mit sowjetischer Lizenz hergestellte Fluggerät war ursprünglich für die Landwirtschaft konzipiert worden. Die ausgestellte Maschine diente jedoch der GST (Gesellschaft für Sport und Technik) auf dem Flugplatz Schönhagen zur Ausbildung. Nach der Wiedervereinigung wurde sie für Rundflüge bzw. Personentransporte genutzt. Im August 2013 musste sie nach einem Start auf dem Flugplatz Bienenfarm in Richtung Heringsdorf wegen Triebwerksausfall auf einem Acker notlanden, wobei sie sich – mit glimpflichen Ausgang für die angeschnalltenPassagiere – überschlug.

Horst Hörmann vom Förderverein Flugplatzmuseum ergriff die Initiative, um das Wrack für das  Museum wieder aufzubauen, zumal Maschinen dieses Typs über Jahrzehnte auf dem Flugplatz Strausberg zum Einsatz gekommen waren. Seit 2013 haben Flugzeugexperten und interessierte Laien  ihre „Anna“, wie die AN bei Fliegern heißt, in einen originalen Zustand versetzt, damit sie beim Flugplatzfest zum 775. Stadtjubiläum von Strausberg vorgezeigt werden konnte. Landrat Gernot Schmidt, Kreistagsvorsitzende Sibylle Bock und Bürgermeisterin Elke Stadeler zollten in kurzen Ansprachen allen Beteiligten hohe Anerkennung. Andreas Gagel übernahm als neuer Eigentümer die Dokumentation samt Bordbuch.

  DSC_0436Ehrung der Experten, die sich für den Wiederaufbau der Maschine Verdienste erwarben

Zwar nicht mehr flugfähig aber ausstellungswürdig auf jeden Fall, vollzog die „Anna“ am 21. Mai 2015 ihrem „Roll out“. Auch der erste Deutsche im Weltall, Dr. Sigmund Jähn, Ehrenbürger der Stadt, und viele weitere Gäste spendeten dem Förderverein des Museums mit ihrer Anwesenheit Achtung und Anerkennung.

DSC_0418Die Strausberger Bürgermeisterin (l.),die Chefin des Kreistages und der Landrat von Märkisch-Oderland erlebten das „Roll out“ der AN-2 mit

JähnAuch Dr. Sigmund Jähn war interessierter Beobachter beim „Roll out“

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Winkelmann, das war´s

Mit 87 Jahren starb Mitte April 2015 in Berlin der ehemalige Abteilungsleiter Internationale Verbindungen im ZK der SED und langährige Botschafter der DDR in der UdSSR, Dr. Egon Winkelmann. Ich habe ihn oft erlebt und seinen freundlichen, unorthodoxen Umgang mit Journalisten geschätzt. Er war nie belehrend, beantwortete Fragen nie nebenbei, spielte die Rolle eines SED-Funktionärs also ziemlich schlecht. Das machte ihn sympathisch. Er war übrigens der Nachfolger des in Libyen 1978 zusammen mit Werner Lamberz bei einem Hubschrauberabsturz tödlich verunglückten ZK-Abteilungsleiters Paul Markowski. 1981 wurde Winkelmann Botschafter in Moskau, bis er 1987  abgelöst und auf den weniger bedeutenden Posten des Generalsekretärs der Liga für Völkerfreundschaft „abgeschoben“ wurde. Wenige Jahre nach der friedlichen Revolution traf ich ihn und erfuhr, unter welchen Bedingungen sein Rausschmiss aus dem diplomatischen Dienst erfolgte. Für Honecker war der Sohn eines Landwirts, der als junger Redakteur beim Mitteldeutschen Rundfunkt arbeitete und nach mehreren Studien in der Außenpolitik landete und zunächst Botschafter in Nordkorea war, zu sehr von den Reformen des Generalsekretärs der KPdSU Michail Gorbatschow infiziert.

WinkelmannBotschafter Dr. Egon Winkelmann mit Kosmonaut Alexej Leonow, der als erster Mensch frei im Weltraum schwebte, 1986 in Moskau

Mit großem Interesse las ich seine Aufzeichnungen in dem Buch „Moskau, das war´s“, das in den Neunzigerjahren im Verlag Edition Ost erschienen ist und in dem die Rolle Honeckers dargestellt wird, der sich vor „Perestroika“ und „Glasnost“ regelrecht ekelte. Vielleicht sollten die Biografien auch solcher Persönlichkeiten wie Egon Winkelmann, die sich trotz innerer Widerstände und Ablehnungen mit eiserner Disziplin der reinen Lehre von einer angeblich angestrebten besseren Welt verpflichtet fühlten, mehr Beachtung geschenkt werden. Manch einer würde interessante Parallelen finden und möglicherweise Schlussfolgerungen ziehen. Dann hieße es nicht nur: Winkelmann, das war´s!

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Der Streit um die „Volksbühne“ eskaliert

Die Zweckbestimmung des Theaters geht auf seine Gründer zurück

Will der derzeitige Berliner Kultur-Staatssekretär, Tim Renner, die Volksbühne nach Castorfs Abgang tatsächlich zu einem „Event-Schuppen“ (Peymann) umfunktionieren? Mehrere Intendanten großer deutscher Theater warnen in einem in der „Berliner Zeitung“ abgedruckten Brief an Renner vor einer solchen Entwicklung, die diese berühmte Bühne – zu Beginn des vorigen Jahrhunderts aus Arbeitergroschen finanziert – entweihen würde. Die Geschichte der Volksbühne sowie ihre Zweckbestimmung sind untrennbar verbunden mit ihrer Entstehung, die so einzigartig ist wie ihr nationales und internationales Renommee.

Die Einweihung des Hauses am einstigen Bülowplatz fand am vorletzten Tag im Kriegsjahr 1914 statt. Ausgewählt war Goethes „Götz von Berlichingen“, geprobt wurde im Theater am Schiffbauerdamm. Doch bei einer Dekorationsprobe am 29. Dezember vor Ort hatte ein Unfall die „Götz”-Vorstellung vereitelt. Ein Gerät, mit dem das Versenken und Drehen eines Teils der Bühne erfolgte, war gebrochen. Man hätte die Gäste wieder nach Hause schicken oder ein technisch weniger anspruchsvolles Stück des Neuen Operetten-Theaters auszuwählen müssen. Man entschied sich für Letzteres. So wurde die Volksbühne mit Björnsons Lustspiel „Wenn der junge Wein blüht“ eröffnet.

Volksbühne

Volksbühne am damaligen Bülowplatz 1914, Innenraum, Baumeister Oscar Kaufmann

Vor der Aufführung am 30. Dezember trat der Dramaturg und Theaterkritiker Julius Bab vom Verein der Freien Volksbühne an die Rampe, um der festlichen Versammlung, darunter Oberbürgermeister Wermuth und Repräsentanten des geistigen und künstlerischen Lebens sowie aus Wirtschaft und Politik, Kenntnis von dem Unfall und der Notwendigkeit der Spielplanänderung zu geben „Dies Haus“, so sagte er, „gehört so wahrhaft dem Volke, wie kein anderes, der Kunst geweihtes Gebäude in der ganzen Welt.“ Er betonte, dass die Groschenbeiträge von 50.000 Kunstenthusiasten aus der Arbeiterschaft den Bau finanziert hätten.

Julius Bab  GeorgSpringer

Julius Bab und Georg Springer, führende Köpfe der Bewegung Freie Volksbühne

Georg Springer, namhafter Verleger und maßgeblicher Initiator der Volksbühne, schrieb in der Zeitschrift des Vereins: „Nie und nirgends in der Welt hat das Volk in dieser Weise tätig am geistigen Leben mitgearbeitet, nie und nirgends so stark sein Verlangen nach geistigem Besitz gezeigt wie hier … Das Volk schuf dieses Werk. Denn die Aufbringung des Bauvermögens, das war die Tat! … Und deshalb ist dies Haus niemandes Werk, nie­mandes Verdienst, es ist im vollsten Sinne des Wortes: vom Volk geschaffen … Wir aber wollen ans Werk gehen, wollen mit Zuversicht und Inbrunst wirken, solange die Kraft reicht, dass dieses Haus werde, was bei seiner Planung versprochen wurde: eine Pflegstätte der Kunst vorbild­licher Art, ein Eckstein für alle künstlerischen Bestrebungen des Volkes!“

Vielleicht sollte Castorf als letztes Stück seiner Intendanz speziell für den Berliner Senat den „Götz von Berlichingen“, laut und deutlich, inszenieren.

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Die Volksbühne hat es sich nie leicht gemacht mit ihrem Verständnis für Kunst und Volksverbundenheit.  Das zeigt auch der obige Artikel in der Beilage der „Die Welt am Abend“ vom 22. März 1929

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Ein Artikel in der „Berliner Zeitung“ am 21. Juni 2016:

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2014 im Rückblick

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